Für die Seele
 

FROHLOCKEN

Gott wusch seinen Schoß im Meer.
Alles, was im Ozean und über ihm lebte,
frohlockte darüber, dass es da war.
Der Sand unter den Felsen,
das Treibholz verlockte.
Die glücklich Lebenden riefen
ihresgleichen zu und frohlockten.

Als ich noch jung und verschwenderisch war,
tauchte ich ein in Gottes Schoß und ins Meer.
Gott sprach zu mir, als ich schwamm,
durch tausend Spiegelungen.
Sein Gesicht und das meine berührten sich
wie die Wange Marias die Wange des Sohnes am Grab.
Gott überflutete mich. Mein Gesicht war in ihm.
Im Schwimmen, ab und zu, spie ich ihn aus.

Patschnass kam ich aus seinem Schoß und war sauber.
Ich wusste, Gott war kalt, eine nasse Wildnis.
Fröstelnd rieb ich ihn mit dem Handtuch ab
und hängte ihn an die Wäscheleine zum Trocknen.
Gott und Handtuch gefiel es dort, und sie lachten
und flatterten ohne Gebote im Wind.
Vom Strand aus sah ich bis zum Horizont:
Dort wusch er im Ozean seinen Schoß
nach einem Tag der Liebe, vor der Gala der Nacht.


stanley moss, rejoicing
* 1925, amerikanischer dichter


neu: fr. 30 august 2019

Zurück