Verkühlung? Grippe? Oder doch Corona?
 

Von Dr. Roland Paukner, Allgemeinmediziner


25. März 2020

"Schöpfungsverantwortung in Zeiten der Coronakrise"

Sie selbst gehören zu Gottes Schöpfung ebenso wie Ihre Mitmenschen!

Was Schöpfungsverantwortung ist, hat Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato si'" ausführlich beschrieben. In Zeiten von Corona heißt das auch, dass wir ein verantwortungsvolles Verhalten uns selbst gegenüber und gegenüber unseren Mitmenschen zeigen müssen. Was ist hier wichtig?

Dass wir uns häufig die Hände mit warmem Wasser und Seife, dreißig Sekunden lang, waschen sollen, haben wir schon gesagt. Auch der Abstand von anderen Personen von einem, besser noch von zwei Metern auch. Das sind die allerwichtigsten Regeln. Wir sollten auch möglichst zuhause bleiben, um niemanden anzustecken; auch uns selbst nicht! Das ist nicht immer leicht. Wir müssen einkaufen gehen, müssen in wichtigen Berufen zur Arbeit, müssen anderen helfen und müssen uns auch einmal die Füße vertreten. Wir sollten aber keine anderen Leute besuchen, vor allem nicht ältere Menschen, Kranke, solche mit reduziertem Immunsystem. Natürlich auch niemanden in Quarantäne!

Wichtig ist, dass wir uns möglichst nicht ins Gesicht greifen. Augen, Nase und Mund sind die wichtigsten Eintrittspforten für das Virus in den Körper. Wenn wir husten oder niesen müssen, dann bitte möglichst in ein Papiertaschentuch, das Sie dann gleich entsorgen. Wenn das nicht sofort geht, stecken Sie das Papiertaschentuch in ein Plastiksackerl (mitnehmen!) und entsorgen Sie es bei nächster Gelegenheit. Wenn Sie das alles nicht zur Hand haben, dann niesen oder husten Sie in eine Ellenbeuge um andere zu schützen.

Wenn wir auf uns selbst schauen, dann schauen wir auch auf unsere Mitmenschen, indem wir die Infektionskette unterbrechen und die Ausbreitung des Virus verhindern.

Auch das ist Schöpfungsverantwortung!

Ich danke Herrn Assoc.Prof. PD Prim. Dr. Walter Struhal für wichtige und wertvolle Anregungen!


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. März 2020

Das Schwierigste an der derzeitigen Situation ist, dass sich die Krankheitsbilder extrem ähnlich sind. Es gibt aber doch Anhaltspunkte, wie man versuchen kann, die Erkrankungen voneinander zu unterscheiden.

Bei einer Verkühlung ist das Fieber meistens nicht so hoch wie bei Grippe oder Infektion mit dem Coronavirus. Spielt sich der Infekt eher im Rachen und Hals ab, hat man nur Schnupfen, aber keinen Husten, so ist eher nicht von einer Coronainfektion auszugehen.

Die Leitsymptome bei einer Infektion mit dem Coronavirus sind höheres Fieber (um 39 Grad) und trockener, bellender Husten. Sollte noch Kurzatmigkeit hinzukommen, so ist der Zustand schon alarmierend.

Wenn Sie dicken gelben oder grünlichen Schleim aushusten, so handelt es sich um eine Infektion mit Bakterien. Wenn das allerdings später zu einem trockenen Husten dazukommt, dann haben Sie eine bakterielle Zusatzinfektion erwischt. Bakterielle Infektionen können allerdings gut mit Antibiotika behandelt werden.

Da das Virus hochansteckend ist und vor allem über Tröpfcheninfektion übertragen wird, ist das Wichtigste, mindestens zwei Meter Abstand zu anderen Menschen zu halten, um sich nicht anzustecken. Sonst kann das Virus durch Husten, Niesen, Sprechen oder auch nur Anatmen auf den anderen Menschen überspringen. Sie schützen sich durch den entsprechenden Abstand nicht nur selbst, sondern Sie unterbrechen auch die Infektionskette für andere.

Leider kann das Virus auch mittels Schmierinfektion übertragen werden, also wenn Sie etwas angreifen, das kontaminiert ist, und sich dann Augen, Nase oder Mund berühren. Daher ist es ganz wichtig, sich oft die Hände zu waschen: mindestens dreißig Sekunden mit Seife, sich auch zwischen den Fingern mit Seife zu reiben und die Nägel zu bürsten.

Mit diesen Hygienemaßnahmen wünsche ich Ihnen, dass Sie gesund bleiben!


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