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Der nachfolgende Appell ergeht an folgende Personen (alphabetisch gereiht):
Univ.
Prof. Dr. Ernst Berger, Vorstand Kinderstimme,
ernst.berger@meduniwien.ac.at
Mag.
Johann Bezdeka, Leiter Abteilung III/4 (Aufenthalts- und
Staatsbürgerschaftswesen), BMI-III-4@bmi.gv.at
Sirvan
Ekici, Integrationssprecherin,
sirvan.ekici@oevp-wien.at
Werner
Faymann, Bundeskanzler, kabhbk@bka.gv.at
Dr.
Maria Fekter, Bundesministerin für Inneres,
maria.fekter@bmi.gv.at
Sandra
Frauenberger, Stadträtin für Integration,
sandra.frauenberger@wien.gv.at
GR
Mag. Walter Grosinger, Bereichstellvertreter III-B1 (Büro des MRB im
BMI), walter.grosinger@bmvit.gv.at
Dr.
Michael Häupl, Landeshauptmann und Bürgermeister von Wien,
michael.haeupl@spoe.at
Gabriele
Heinisch-Hosek, Bundesministerin für Frauen und Öffentlichen Dienst,
gabriele.heinisch-hosek@bka.gv.at
Mag.a
Alev Korun, Sprecherin für Integration, Migration und Menschenrechte, Die
Grünen, alev.korun@gruene.at
Christine
Marek, Staatssekretärin, BM Wirtschaft, Familie und Jugend,
christine.marek@oevp.at
Dr.
Reinhold Mitterlehner, Bundesminister für Jugend und Familie,
reinhold.mitterlehner@bmwfj.gv.at
Univ.
Prof. Dr. Theo Öhlinger, Vors.-Stellv. der Gesellschaft für Gesetzgebungslehre,
theodor.oehlinger@univie.ac.at
Monika
Pinterits und Dr. Anton Schmid, Wiener Kinder u. Jugendanwälte,
post@jugendanwalt.wien.gv.at
Dr.in
Ilse Pfeffer Bezirksvorsteherin für den 17. Bezirk,
post@b17.magwien.gv.at
Dipl.
Ing. Josef Pröll, Vizekanzler,
josef.proell@bmf.gv.at
Mag.
Barbara Prammer, Nationalratspräsidentin,
barbara.prammer@parlament.gv.at
Franz
Prokop, Bezirksvorsteher für den16. Bezirk und Vorsitzender der Wiener
Kinderfreunde, pro@b16.magwien.gv.at
Mag.
Dr. Helmut Sax, Boltzmann-Institut für Menschenrechte (BIM) und Vorstand
Kinderstimme, helmut.sax@univie.ac.at
Mag.
Elisabeth Schaffelhofer-Garcia-Marquez, Netzwerk Kinderrechte,
elisabeth.schaffelhofer@kinderhabenrechte.at
Mag.
Dr. Mathias Vogl, Leiter der Sektion III BMI,
mathias.vogl@bmi.gv.at
Tanja
Windbüchler-Souschill, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen,
tanja.windbuechler@gruene.at
Mag.
Wilhelm Witt, Magistratsabteilung 35,
wilhelm.witt@wien.gv.at
Wien, 24. Februar 2010
Bitte helfen Sie mit!
Kinder, die Asylverfahrens-bedingt in Österreich aufgewachsen und sozialisiert
sind, haben ihre Heimat hier und sonst nirgendwo.
Diese Kinder und ihre Familien dürfen
nicht mehr abgeschoben werden!
(Es wird ja keine „neuen Fälle“ mit jahrelangen Wartezeiten mehr geben.)
Wir haben nur bis 1. März Zeit, einen Ausweg zu finden:
Am 15. Februar 2010 um 5.40 Uhr früh sollte Familie M., Wien 16.,
mit ihren drei Kindern, ohne jede Vorwarnung und Vorbereitung, in Schubhaft
genommen und am nächsten Morgen in den Kosovo abgeschoben werden!
Sie sollten sofort packen (pro Person 20kg), sich anziehen und reisefertig
machen - all das, obwohl bei der letzten Vorladung, am 15. Dezember 2009 in
einer Niederschrift festgehalten wurde, dass die Fremdenpolizei die nötigen
Papiere für den Kosovo besorgt und dann die Familie M. verständigen werde, um
einen neuen Ladungstermin zu vereinbaren. Die Verständigung der Familie ist
aber nicht geschehen!
Die Familie und wir, die herbeigeeilten Helfer (Ehepaar Oppermann, Pfarrer
Engelmann, Caritas-Assistentin Riedler) waren wie gelähmt vor Schreck und
konnten zunächst keinen klaren Gedanken fassen.
Florian, dreieinhalb Jahre, der Kleinste der Kinder, erlitt wieder einen
Bronchialanfall, weshalb ein Amtsarzt gerufen wurde. Er kam um ca. 8.30 Uhr und
erklärte das Kind für nicht transportfähig.
Dieser Befund wurde danach vom Kinderarzt bestätigt und eine geeignete
Medikation verordnet. Das Kind wurde für den 1. März wieder bestellt.
Falls das Kind dann transportfähig ist, droht erneut die Abschiebung in Armut,
Arbeits- und Obdachlosigkeit und in ein Land ohne Chancen oder Perspektiven.
Der UN-Kommissar für Menschenrechte, Thomas Hammarberg, weist am 15. Februar
2010 in seinem aktuellen Bericht über den Kosovo darauf hin, dass die Lage für
Rückkehrer immer noch prekär ist. Es gibt keine gesicherte Versorgung im
sozialen und medizinischen Bereich. Das Schulwesen ist mangelhaft, und es
besteht keine Aussicht auf geregelte Arbeit.
Auch deswegen bedeutet die Durchsetzung der Ausweisung für diese Familie tiefste
Not und eine Missachtung aller humanen Aspekte.
Die Schulunterbrechung der Kinder und der Neustart in einem für sie fremden Land
mit anderer Sprache ist ein Trauma und wirft sie um Jahre zurück.
Wir möchten, dass für diese Kinder Österreich ihre Heimat bleibt, denn es ist
die einzige, die sie seit vier Jahren kennen. Sie sprechen Deutsch, sind gut
integriert und fleißig.
Sie sind unsere Freunde. Wir, die Pfarrgemeinde Hernals, möchten sie nicht
verlieren!
Diese Familie erfüllt alle Bedingungen für die Gewährung eines humanitären
Aufenthaltes. Der Antrag bei der MA 35 wurde gestellt und liegt dort vor.
300 Menschen haben sich per Unterschrift für den Verbleib der Familie in
Österreich ausgesprochen.
Deshalb appellieren wir persönlich und im Namen der Pfarrgemeinde der
Kalvarienbergkirche in Wien Hernals an Sie:
Bitte setzen Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten dafür ein, dass…
… das derzeit laufende Verfahren der Familie M. unter Einhaltung der
Menschenrechte abgewickelt wird und dass alle Aspekte, besonders aber die
humanitären, berücksichtigt werden.
… dieser Familie bis zur Beendigung des bereits laufenden Aufenthaltsverfahrens bei der MA 35 zumindest eine Duldung ihres weiteren
Aufenthaltes gewährt wird.
… es für diese unbescholtene Familie nie mehr zu einer Abschiebung mit
Schubhaft kommen kann. Die Familienmitglieder haben sich den Behörden nie
entzogen oder sich versteckt. Im Gegenteil. In der Hoffnung auf eine faire und
positive Abwicklung des Verfahrens sind Sie – mit unserer Hilfe – allen
Aufforderungen nachgekommen.
Die Menschlichkeit ist vom Gesetz her vorgesehen.
Geben Sie ihr eine Chance!
Gezeichnet:
Christina Oppermann-Dimow
Dipl. Ing. Rudolf Oppermann, Bevollmächtigter der Familie M.
Dr. Karl Engelmann, Pfarrer und Dechant, Pfarre Hernals-Kalvarienbergkirche
Ines Riedler, Caritas–Assistentin, Pfarre Hernals
Für Rückfragen und Belege für die Integration der Familie stehen wir jederzeit
zur Verfügung.
Für die Bekanntmachung verantwortlich:
Christina Oppermann-Dimow,
Mail
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